Zwischen Trump, Pokémon Go und Terrorismus

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Ich wache auf. Mein Blick wandert zum Handy. Was werde ich heute darin lesen?
Kein Tag vergeht mehr, ohne Terror, Trump, Afd, Menschen die Dunkelhäutige hassen und töten oder Pokémon Go – nur noch eine Frage der Zeit, bis sich Nazis wieder über Flüchtlinge beschweren, die ihnen die Arbeitsplätze klauen.
In was für einer Welt leben wir? In einer Welt, die immer wieder anpreist, welch einen Fortschritt sie macht und wie toll sie sich entwickelt. Ganz im Gegenteil, liebe Welt. Du stagnierst nicht nur, du gehst sogar riesige Schritte in die falsche Richtung, nämlich zurück und ein Thema übertrifft dabei das nächste.

Das Wort „Terroranschlag“ durchzieht die Medien wie ein roter Faden in immer kürzeren Abständen. Aber nicht nur die Menschen, die hinter diesen Anschlägen stecken, bereiten uns Sorgen. Es ist die Vielzahl an Menschen, die unsere Welt verändern, sie immer weiter zu besagtem Rückschritt bewegen. Terroristen, die massenhaft Menschen töten, weil ihnen die politischen oder religiösen Umstände mancher Nationen nicht passen, Polizisten, die willkürlich Afroamerikaner erschießen, weil ihnen ihre Hautfarbe nicht passt, Politiker, die Flüchtlinge stoppen und ausweisen möchten, weil ihnen ihre Herkunft nicht passt und Trump, der Amerika wieder great machen will, weil ihm so gar nichts mehr in seinem Land passt.

Ich bin einfach so wütend, dass Menschen so voller Hass sind, dass sie andere Menschen mit in den Abgrund reißen und töten. Unschuldige Menschen, die vielleicht gerade einen schönen Tag haben, ihren Freund/ihr Freundin oder ihre Familie besuchen, gemütlich durch die Straßen schlendern. Von einem auf den anderen Moment ist ihr Leben vorbei, aus Hass. Ich bin wütend darüber, dass Politiker blind entscheiden, was mit unserer Welt passieren wird und ihre Macht teilweise falsch ausspielen. Ich bin wütend darüber, dass Hautfarben heute immer noch von so großer, negativer Bedeutung geprägt sind. Ich bin wütend darüber, dass Menschen nicht nachdenken, bevor sie reden oder handeln. Ich bin wütend über all‘ die Anschuldigungen, die gemacht werden, wenn mal wieder ein Terroranschlag in dieser Welt passiert ist. Ich bin wütend, dass unsere Welt immer mehr verblödet und sich auf vielen Themengebieten nicht weiterentwickelt, sondern sich gewaltig zurück bildet.

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Ich kann einfach nicht fassen, dass es im 21. Jahrhundert tatsächlich noch Menschen gibt, die eine Hautfarbe verurteilen. AUS WELCHEM GRUND? Ich kann nicht fassen, dass es noch Menschen gibt, die tatsächlich denken, dass Menschen mit einer hellen Hautfarbe mehr Wert sind als Menschen, die dunkelhäutig sind. Ich kann nicht fassen, dass dunkelhäutige Menschen auf die Straße gehen müssen, um zu demonstrieren, dass ihr Leben auch ein wertvolles ist. Ich kann nicht fassen, dass willkürlich dunkelhäutige Menschen getötet werden, weil sie existieren. Weil sie einen Pullover tragen, weil sie ihren Führerschein aus der Tasche kramen, weil sie fragen, warum sie angehalten werden. Wie viele Menschen müssen noch sterben, um euch Idioten da draußen klar zu machen, dass wir alle nur einer „Rasse“ angehören: nämlich der Menschheit. Wir sind alle gleich und doch jeder für sich individuell, ob schwarz, ob weiß, ob homo-, ob heterosexuell, ob dick, ob dünn, ob klein, ob groß, ob behindert oder nicht. WIR SIND ALLE MENSCHEN. Ich kann meine Wut darüber nichtmal im Ansatz zum Ausdruck bringen. Ich wünsche mir für diese Welt, dass der Tag kommt, an dem jeder versteht, dass keine Hautfarbe über einer anderen steht. Ich wünsche mir, dass dieser Rassenhass, der von Generation zu Generation weitergetragen wird, endlich aufhört. Es ist so traurig, dass unsere Welt offenbar immer noch nicht weiterentwickelt genug ist, um zu verstehen, dass Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben Menschen wie du und ich sind. Ich wünsche mir Veränderung für diese Welt. Ich wünsche mir, dass wir alle als Menschen zusammenstehen und vereint Frieden schaffen. Für alle.

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Jüngste Ereignisse in München mit 10 Toten und mehreren Verletzten und in Kabul, bei denen über 200 Menschen verletzt und fast 100 Menschen getötet wurden, machen mir nochmal bewusst, wie schlimm die momentane Situation in unserer Welt ist. Dass „es“ immer und überall passieren kann. Dass zum Beispiel die Türkei, Frankreich und Syrien gar nicht weit weg sind. Ich merke jedes Mal, wie sich alles in mir zusammenzieht, wenn ich die Nachrichten einschalte. Viele Menschen sind entsetzt, ja. Aber mitfühlen können viele kaum, weil es „zu weit weg ist“, man könne sich ja nicht so gut in die Situation versetzen. Doch Frankreich ist direkt nebenan und die Türkei ist beispielsweise auch nicht am anderen Ende der Welt. Egal, ob Terroranschlag, Amoklauf oder eine Schießerei resultierend aus psychischen Störungen: Es ist nicht weit weg. Ganz im Gegenteil. Es liegt direkt vor unserer Nase. Doch egal, wo auf dieser Welt, egal wie weit weg: Menschen sterben, ein Teil von unserer Welt wird zerstört. Das ist an Grausamkeit nicht zu übertreffen. Ich habe mit Flüchtlingen zusammen gearbeitet. Sie kennengelernt, ihnen Deutsch beigebracht. In diesen wenigen Stunden, in denen ich sie jede Woche gesehen habe, war mir all das näher als je zuvor. Ich habe Bilder vom IS gesehen, der Maschinengewehre auf Kinder richtet. Bilder, die einer dieser Menschen gemacht hat, mit seinem Handy. Es geht hier aber nicht um diese eine terroristische Vereinigung. Nein. Hier geht es um mehr. Hier geht es darum, dass unsere Welt immer mehr von Anschlägen, Morden und Hass regiert wird. Hier geht es darum, dass es immer schlimmer wird. Dass es nicht aufhört. Dass man jeden Tag aufsteht und sich fragt: Was ist wohl heute passiert? Ich bin fassungslos, was allein in diesem Jahr auf unserer Welt geschehen ist. Über jede einzelne Tat, über jedes einzelne Menschenleben, dass sie kostet. Ich kann nicht glauben, dass Menschen mit Halbwissen meinen, mitdiskutieren zu können und sich gegenseitig weiter pushen. Wenn ihr keine Ahnung habt, einfach mal die Fresse halten. Jeder darf seine Meinung haben, gar keine Frage. Aber ohne sich zu informieren, ohne richtig hinzuhören, ohne sich wirklich mit der momentanen Situation zu beschäftigen, habt ihr einfach kein Recht, mitzureden und jedem eure Meinung aufzudrücken. Hört bitte endlich auf, negative Gedanken und Taten darauf zu verschwenden, so viel Böses in unsere Welt zu lassen. Wir haben nur dieses eine Leben. Und das sollten wir so leben, dass wir es in vollen Zügen auskosten, anstatt Angst zu haben, die Nächsten zu sein und uns gegenseitig zu hassen.

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Das Wichtigste bei allem ist aber, die Freude am Leben zu behalten. Auch wenn fast täglich neue grausame Taten die Welt erschüttern, darf und sollte man nicht aufhören, weiterhin zu Events zu gehen, zu reisen und sich frei zu bewegen. Wir sollten als Menschen zusammenhalten und uns gegen Hass und Dummheit stellen.
Es bricht mir wirklich das Herz, zu sehen, wie sich unsere Welt immer mehr zu Grunde richtet. Wie Menschen Tag für Tag sterben – für nichts.
Liebe Welt, ich wünsche dir so sehr, dass die Menschen, die auf dir wohnen, zur Vernunft kommen, dass der Frieden den Hass besiegt und dass wir als Menschen endlich lernen, uns gegenseitig zu akzeptieren, so wie wir sind.

Meine Gedanken und Gebete gehen an alle Opfer die in München und in Kabul ums Leben gekommen sind und ihre Hinterbliebenen. Wann hat das nur endlich ein Ende?

Alles Liebe,



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