Escaping life or enhancing it?

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In letzter Zeit habe ich viel übers Reisen nachgedacht. Besonders, als ich von einem Artikel gehört habe, in dem die Autorin sich kritisch mit dem Thema „Reisen“ auseinandersetzt. Sie hat ihren Job gekündigt und ist seither on the road. Dabei ist ihr irgendwann bewusst geworden, dass sie aus der Realität flüchtet, aus ihrem Alltag. Sie hat gemerkt, dass sie gar nicht diese rastlose Reisende sein möchte, sondern sich vielmehr nach einer stabilen Basis sehnt. Nach etwas in ihrem Leben, dass ihr nicht das Gefühl gibt, immer wieder fort gehen zu müssen. Ich frage mich nun also, ob man seinen Alltag verdrängen möchte oder nur eine Pause von ihm braucht, wenn man so viel durch die Welt reist.

Warum ich mich das frage? Weil ich genau dieser Mensch sein könnte. Wenn etwas in meinem Leben passiert, mal wieder die ganz normalen Alltagsproblemchen aufkommen, habe ich sofort nur einen Gedanken im Kopf: „Ich muss hier weg“. Und das geht bei mir ganz schnell. Ich bin jemand, der spontan Flüge bucht. Ich denke nicht großartig darüber nach, ich mache es einfach. Ich gehe einfach. Und ich gehe oft. Aber flüchte ich deshalb vor der Realität?

Ich habe mal in einem Buch („Frühstück mit Elefanten – als Rangerin in Afrika“ von Gesa Neitzel – nur zu empfehlen, ein wundervolles Buch!) einen schönen Satz gelesen, in dem ich mich sofort wiedererkannt habe. Darin heißt es, dass es Menschen gibt, die ganz einfach rastlos sind. Die sich immer wieder aufs neue ins Abenteuer stürzen, weil ihnen sonst langweilig wäre. Genauso geht es mir. Genauso fühle ich mich. Rastlos. Ich werde ganz hibbelig, wenn ich nicht schon die nächste Reise im Kopf planen kann. Meine Füße stehen erst still, wenn ich ein neues Ziel vor Augen habe. Ich nenne es mein Highlight. Ich mag mein Leben, aber ich brauche Highlights darin. Das sind meine Reisen. Um mich besser kennenzulernen. Um andere Kulturen, Menschen, Länder und Städte besser kennenzulernen. Um einfach mal in eine ganz neue Welt einzutauchen. In unsere Welt.

Es gibt Menschen, die reisen, um zu sich selbst zu finden. Es gibt nicht umsonst tausende Bilder mit Sprüchen wie „We must take adventures in order to know where we truly belong.“ oder „Travel far enough. You’ll find yourself.“. Und ich glaube, darin steckt auch ein Fünkchen Wahrheit. Denn wenn wir auf Reisen gehen, wagen wir uns aus unserer sogenannten Comfortzone heraus. Dort, wo es sicher ist. Wir wagen ein Abenteuer ins Unbekannte. Ins Fremde. Ins Ungewisse. Ich glaube, dass wir daran wachsen können. Denn auf Reisen müssen wir mit ungewohnten Situationen zurecht kommen. Mit einem fremden Land, einer fremden Kultur, vielleicht sogar einer fremden Sprache und fremden Sitten und Gebräuchen. Wir sind gezwungen, uns diesen Situationen zu stellen und die Herausforderung zu überwinden. Und ich glaube, dass wir an diesen Situationen wachsen. Ich glaube, dass wir dadurch selbstbewusster werden, weil wir merken, was eigentlich in uns steckt. Und wir lernen dadurch eine Menge über uns selbst.

Um zu einem Schluss zu kommen: Für mich bedeutet Reisen nicht, meinem Leben zu entfliehen. Reisen ist für mich vielmehr die Möglichkeit, mein Leben um so viele wichtige Erfahrungen zu bereichern. Ich bin süchtig nach Reisen, weil ich dadurch viel (welt-)offener geworden bin. Ich reise, um bewusster zu leben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich Ende 2015 mit einer Freundin in New York unterwegs war und wir beide den gleichen Gedanken ausgesprochen haben: Auf Reisen fühlt man sich klein. Nein, vielmehr fühlen sich meine „Probleme“ klein an. So nichtig. Denn unsere Welt ist so riesig und gerade in einer Stadt wie New York kann man sich ganz leicht ganz klein fühlen. Aber nicht im negativen Sinn. Es hat etwas unfassbar schönes, zu merken, dass die Probleme, die man zu Hause noch für so wichtig empfunden hat, nun auf einmal so klein erscheinen, ja fast schon bedeutungslos.

Als ich letztens am Düsseldorfer Flughafen gelandet bin, ist mir eine Werbung direkt ins Auge gefallen. Es waren nur ein paar Stichworte, die eine Reise beschreiben. Darunter war das Wort „heimkehren“. Und genau das ist es, was für mich eben auch zu einer Reise gehört. Heimkehren.

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I thought a lot about traveling lately. My boyfriend told me about an article last week. According to the author of this article, she realized that she was only traveling that much to escape life. She quit her job some months (or years) ago and was traveling since then. But she doesn’t want to be someone, who has no steady basis in life, no apartment where you can return after traveling. Something stable that is not making her want to escape life. Her article made me think a little about this topic. Is traveling just a hidden reason so we can escape life?

The reason I’m thinking about that is, because I could be that kind of person. Whenever I struggle with something I’m thinking: „I have to get away from here.“. And I really mean it. As soon as I can get on an airplane, I’m on it. I’m someone, who books flights spontaneously. I don’t spend much time thinking about it. I just go. And I go often. But do I go to escape my life?

It’s true, some of us are restless. Some of us struggle to decide what they really want in life. We’re not into safe jobs or planning. We just wait and see what’s up next. „When nothing’s for sure anything is possible.“. When someone asks me, why I travel, my answer is always the following: To get to know me better. To get to know another culture, people, countries, cities. To get to know our wold and capture every moment of it. Some of us are traveling to find themselves. It’s not for nothing that there are so many quotes that say „We must take adventures in order to know where we truly belong.“ or „Travel far enough. You’ll find yourself.“. And I think that’s kinda true. We do find ourselves when we travel. We’re getting out of our comfort zone. We have to deal with unexpected situations while traveling. With a foreign country, foreign culture, foreign language, foreign food, foreign conventions. We have to deal with that. And by doing that we get to know ourselves a little better. Because we see how we react in different situations. We get out of our comfort zones and we have to solve problems on our own. If you’re living in a foreign country for a certain amount of time there are also things you have to deal with. Living your daily life in an unfamiliar environment. Find new friends or at least travel buddies. You have to be confident for that. So when you manage to handle all that stuff you grow more confident – while traveling.

For me, traveling is not to escape life. I personally am traveling to get even more open minded. To be able to say „I’ve seen the world I live in.“ at the end of my life. To live more conscious. Traveling should not be seen as the possibility to escape life but to enhance it. Because the more I travel I appreciate everything in my life. It’s not that I need traveling to see what I have. But it’s making me feel so small (which is a good thing!). My daily „problems“ feel so small. I just love to be foreign in a country I’ve never been to and see what it holds for me. I love the feeling of not knowing what the day will bring. Traveling became a huge part of my life because it’s giving me so much. It enhances my life for sure and I’m excited for what’s next.

 



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