Ein Hoch auf die Auszeit

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on Pinterest

Liebesbriefe kommen zum Glück niemals aus der Mode. Wir können einen an einen geliebten Menschen schreiben, aber auch an uns selbst. An Dinge, die wir lieben, an Ereignisse, die geschehen sind. Ich schreiben heute einen an etwas, das mir sehr wichtig ist: Die Auszeit.

Liebe Auszeit,

in letzter Zeit hatte ich das Gefühl, im Alltag angekommen zu sein. Das ist ganz grundsätzlich gar nichts schlechtes, weil ich schon ewig keinen richtigen Alltag mehr hatte. Trotzdem brauchte ich Abstand. Du fehltest mir. Also habe ich meine Koffer gepackt und bin einfach losgefahren. Ein Roadtrip nach Dresden. Ich habe mich früher nie für Deutschland begeistern können. Ich fand es immer langweilig, innerhalb Deutschlands zu verreisen. Dieser Gedanke hat sich zum Glück geändert und ich freute mich wirklich sehr auf meine kleine Auszeit.

Roadtrips können sehr anstrengend sein. Mit dem richtigen (Reise-)Partner an der Seite und guter Musik können sie aber was befreiendes haben. Manchmal fühlt es sich sogar an, als würde man aus der Realität rausfahren und in seine Traumwelt hinein. Ja, ich habe dich vermisst. Du hast mir so gefehlt. Umso schöner, dass wir uns wieder haben.

Der Zauber des Neuen. Man denkt an nichts, man bleibt stehen, staunt, sieht, erlebt. Das ist alles, was in diesem Moment zählt. Man vergisst die Welt um sich herum, die Realität, die bereits zu Hause auf mich wartet. Aber das zählt jetzt nicht. Und das liebe ich so an dir. Ich bin voll und ganz bei mir und doch in einer geschützten Blase. In der nur gute Gedanken zulässig sind, nur positive Einstellungen, Dankbarkeit.

Das wird mir noch viel mehr bewusst, nachdem ich eine Stunde lang den „steilen“ Weg Richtung Bastei in der Sächsischen Schweiz hochgewandert bin. Ich fühle mich erschöpft, gut erschöpft. Ich blicke auf die Elbe, die Häuser. Auf die Steine, den Wald, die Brücke, den Abgrund. Und ich fühle mich frei. Vogelfrei. Obwohl mich so viele Menschen umgeben, ist es der schönste Moment für mich. Hier oben habe ich Luft zum Atmen, wechsle die Perspektive. Ich bin nicht mehr am Boden, ich bin ganz oben. Auf der Bastei.

Du tust mir gut. Das stärkste Gefühl, das ich habe, ist „Bitte geh nicht mehr weg“. Verrückt. Du begleitest mich nur für kurze Zeit, für ein Wochenende. Durch dich bin ich angestrengt, aber nicht gestresst. Durch dich fühl ich mich ausgelaugt, aber nicht müde. Durch dich bin ich Ich, aber von einer anderen Perspektive. Ich mag mich genau so. Positiv, dankbar, den Blick aufs Wesentliche. Die Batterien aufgeladen, gelassen, in mir angekommen.

Auch wenn es gefühlt nur einen Wimpernschlag dauert. Du tust mir gut. Und ich brauche dich. Für immer.

Alles Liebe,



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*