Sri Lanka – ein Hoch auf die Nebensaison? #Teil2

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Arugam Bay

Für Arugam Bay haben wir uns entschieden, weil dort gerade die Saison angefangen hatte. Heißt: Sonne, surfen, Strand. Perfekt für zwei Tage Erholung! Nachdem wir bisher jeden Tag an einem anderen Ort waren, wurde es nun Zeit, zwei Tage in Arugam Bay zu versacken und die Seele baumeln zu lassen. So sehr ich das Abenteuer auch brauche und gerne durch ein Land reise – zwischendurch braucht man auch kurze Ruhephasen, in denen man wirklich schlichtweg einfach gar nichts macht. Innerhalb von drei Stunden waren wir auch schon in unserer Unterkunft Cozy Bay angekommen und wurden mit dem weltbesten Eistee begrüßt.

Arugam Bay ist eine ganz lange Strandmeile, die zum Essen, Surfen, Sonnen, Relaxen und Leben genießen einlädt. Und genau das haben wir auch gemacht. Wir haben uns an den Strand gelegt, ich hab mir den Sonnenbrand meines Lebens inklusive dicker Brandblasen am Bein geholt, haben an einer Strandbar in der Hängematte gelegen, sind abends immer wirklich gut Essen gegangen, haben zum Frühstück frisch gemixten Ananassaft getrunken, waren in den süßen Läden auf der Straße Souvenirs shoppen und haben es uns einfach gut gehen lassen. Ganz besonders mochte ich das Restaurant Flo’s, in dem ich natürlich auch mein geliebtes Pumpkin Curry mit Reis gegessen habe – falls ihr Arugam Bay also einen Besuch abstattet, ist das eine echt Herzensempfehlung!

Ella

Wer Sri Lanka bereist, darf Ella nicht auslassen. Ella liegt im Hochland Sri Lankas in mitten von wunderschönen Berglandschaften. Von Arugam Bay braucht man knapp 2 1/2-3 Stunden – wir haben uns ein Taxi mit einem deutschen und einem holländischen Paar via Sri Lanka Taxi Share geteilt und somit eine Menge Geld gespart. Wir haben bis hier hin jede unserer Unterkünfte morgens gebucht und sind abends angereist. Als wir in Ella angekommen sind, hatten wir aber immer noch keinen Plan, wo wir übernachten wollen. Also setzten wir uns erstmal in ein nahegelegenes Café und nach kurzer Zeit hatten wir eine Unterkunft gefunden: Ella Ridge View. Wir kamen in einer kleinen Hütte ganz für uns unter, hatten ein großes Bett und sogar eine Terrasse mit einer wunderschönen Aussicht.

In Ella entschieden wir uns dazu, den Little Adam’s Peak herauf zu wandern, der von unserer Unterkunft nicht weit entfernt war. Zunächst spaziert man eher gemütlich bergaufwärts und als ich gerade sagte ‚Total cool, dass es bei der Hitze nicht so anstrengend ist und man einfach nett spazieren geht“, kamen wir an Treppenstufen an, die sozusagen mein Endgegner waren. Als wir fast oben angekommen sind, hat es angefangen zu regnen und es gab nichts, wo wir uns unterstellen konnten. Wir haben nichts gesehen, um uns herum waren nur Wolken. Aber nach kurzer Zeit klarte der Himmel auf und vor uns lagen nur tiefe Schluchten und Berge so weit das Auge reicht. Ich weiß nicht, warum, aber Berge versetzen mich immer in eine ganz dankbare und glückliche Stimmung. In dem Moment, in dem ich dort oben stand, begann ich zum ersten Mal zu realisieren, was ich bis hierher eigentlich schon alles erlebt hatte. Und in diesem Moment fühlte ich nichts als unendliche Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Möglichkeit, das hier erleben zu dürfen, dafür, dass ich meinen Traum endlich in die Tat umsetzen konnte und für die schönen Tage, die wir bis jetzt hatten.

Da es leider schon ziemlich spät war, als wir den Berg wieder hinunter kletterten, hatten wir keine Zeit mehr für die Nine Arches Bridge, die ich aber unbedingt noch sehen wollte. Also gingen wir noch etwas essen (natürlich Curry!) und beschlossen, das auf den nächsten Morgen zu verschieben.
Am nächsten Morgen schien dann tatsächlich auch die Sonne und bevor unser Zug nach Kandy los fuhr, wollten wir zur besagten Brücke. Ich hatte schon so viele tolle Fotos gesehen und dachte, einen kleinen Abstecher kann man noch machen. Unser Gastgeber hat uns gefahren und spontan aus einem Sitz zwei gemacht. Als wir abgesetzt wurden, standen wir aber nicht an der Brücke, sondern an einem kleinen Abhang, den wir dann runter klettern sollten. Ich hatte ein Kleid und meine Vans an – darauf war ich absolut nicht vorbereitet. Nach dem Motto „Augen zu und durch“ kletterten wir Hand in Hand den Hügel hinunter – ich war wirklich froh, als das geschafft war.

Da wir früh morgens dort waren, war noch niemand mit uns an der Brücke, außer ein paar Tuk Tuk Fahrer und Obstverkäufer. Umringt von Teefeldern und Palmen so weit das Auge reicht spazierten wir die Brücke entlang. Irgendwie hat sie einen ganz besonderen Charme. Inmitten der Natur und ganz früh morgens hat sie schon fast etwas friedliches, ruhiges.

Nach diesem spontan aufregenden Morgen bekam wir auf unserer Terrasse direkt Frühstück serviert: Papaya, Mango, Passionsfrucht, Ananas, Banane, Hopper (Ei mit einer Art dünnem Crepe) und Tee – und das für 1$ und einer Aussicht, von der man nur träumen kann. Der Gastgeber gab sich wirklich die größte Mühe und seine Frau hatte uns wirklich ein Festmahl gezaubert. Ein gelungener Abschluss für Ella und ich merkte mal wieder, wie dieses Glücksgefühl in mir aufstieg. Dann machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof.

Kandy

Wir nahmen den frühen Zug nach Kandy, immerhin sollten wir knapp sieben Stunden unterwegs sein. Die Zugfahrt von Ella nach Kandy wird auf jedem Blog und in jedem Reiseführer als eine der schönsten der Welt beschrieben. Man muss Tickets in der Hauptsaison schon tagelang im Voraus kaufen, weil sie sehr beliebt und schnell ausverkauft sind. Es gibt auf dieser Zugfahrt die erste, zweite und dritte Klasse. Nur die erste Klasse hat eine Klimaanlage, hat aber auch den Nachteil, dass man aus diesem Grund die Fenster nicht öffnen kann und so keine schönen Fotos zu Stande kommen. Da ich natürlich ein paar Fotos machen wollte, entschieden wir uns für die zweite Klasse mit Sitzplatzreservierung. Die Tickets dafür kauften wir einen Tag vorher, was super geklappt hat.

Schon als wir losfuhren, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Da die Zugfahrt durch das Hochland von Sri Lanka führt, fährt man durch beeindruckende Berglandschaften, Tälern, an Palmen und an Wäldern vorbei. Ich habe wirklich die gesamten sieben Stunden nur aus dem Fenster geschaut und Fotos gemacht. Diese Zugfahrt hätte ich mir nicht entgehen lassen wollen.

In Kandy angekommen konnten wir auch direkt unsere neue Unterkunft beziehen: Das Impala City Hotel and Hostel.

Kandy ist ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich weiß nicht warum, aber ich dachte da eher an eine schöne ruhige Stadt mit Tempeln, Kultur und Religion. Als wir in Kandy ankamen, hat mich die Stadt allerdings fast erschlagen: Kandy ist eine Großstadt, jedoch ganz anders, als ich sie kenne. Es ist dreckig, es ist viel zu laut, die Luftverschmutzung ist hier unglaublich hoch, hier gibt es wenig typisch Sri Lankische Küche, und die Menschen sind teilweise ganz anders als in den Regionen, die ich bisher on Sri Lanka kennengelernt habe. Bisher sind mir die Menschen nämlich wirklich sehr positiv und unheimlich nett im Gedächtnis geblieben. Wir wurden bisher wirklich oft angesprochen, hatten tolle Gespräche und schöne Begegnungen. Hier hatten wir das Gefühl, öfter auf Menschen zu treffen, die einen über den Tisch ziehen wollen, egal mit welchen Mitteln. Das kann man natürlich nicht pauschal sagen und auch in Kandy haben wir sehr nette Menschen kennengelernt. Trotzdem kam mir die ein oder andere Situation etwas komisch vor. Wir wurden zum Beispiel mal von jemandem angesprochen, der vorgab, uns aus unserem Hotel zu kennen. Da ich mir Gesichter unheimlich schlecht merken kann, dachte ich mir nichts dabei. Er ging gar nicht mehr weg und als ich sagte, dass wir nichts bräuchten, wurde er richtig sauer. Er wollte jetzt mit uns zum Markt gehen, sagte er. Er folgt uns bis zu unserem Hotel und ging glücklicherweise nicht noch mit rauf. Also: Vorsicht ist besser als Nachsicht, Freunde. Ihr müsst nicht jedem gegenüber skeptisch sein und grundsätzlich bin ich ein wirklich sehr offener Mensch, der auch gerne auf Leute zugeht. Wenn man aber merkt, dass die Situation unangenehm wird und einem merkwürdig vorkommt, dann kann man sich ihr ruhig mal entziehen 😉

Trotz dessen ich Kandy nicht so sehr mochte wie die anderen Orte in Sri Lanka, haben wir uns dort eine schöne Zeit gemacht. Wir haben den Zahntempel besucht, waren auf dem örtlich überdachten Markt, auf dem ich ein paar Gewürze und eine Ananas gekauft habe, waren auf einem Berg und haben uns die riesen Buddha Statue angeschaut, die ganz Kandy überwacht, sind um den See gelaufen, haben dabei mehrere Bindenwarane (die übrigens sehr gefährlich sind), Schildkröten und einen Baum voller Flughunde gesehen und haben uns von dem Gewühl der Stadt treiben lassen.

Und dann ist es passiert: Ich bin tatsächlich krank geworden. So krank, dass ich dann irgendwann nur noch im Bett lag, hohes Fieber hatte und mich nicht mehr bewegen konnte. Unser Gastgeber ist mit mir zur Apotheke gegangen und hat mich mit Medikamenten eingedeckt und übersetzt, was wirklich total lieb war.
Aber auch das gehört mehr oder weniger zu einer Reise in tropische Gebiete dazu und ich habe wirklich alles gemacht, damit es mir schnell wieder besser geht: Wadenwickel, Paracetamol, viel trinken und viel Ruhe.

Dambulla

Wir beschlossen, eine Nacht länger in unserem Hotel in Kandy zu bleiben und einen Tagesausflug nach Dambulla zu machen. Mit dem Bus fährt man ca. zwei Stunden und bezahlt umgerechnet 1,50€ pro Fahrt. Vor Ort besuchten wir die berühmten Höhlentempel. Natürlich muss man auch hier erstmal einige Stufen laufen, bis man überhaupt am Tempel angelangt ist – da ich noch krank war, war der ganze Aufstieg natürlich doppelt anstrengend für mich. Trotzdem ist die Aussicht, die man oben als Belohnung erhält, unbezahlbar und ich hätte um nichts auf der Welt darauf verzichten wollen. Die Höhlentempel liegen also ganz oben auf einem Berg und sind wirklich beeindruckend. Man kann dort ganz viele Statuen von Buddha bewundern und über den Buddhismus lernen. Oben angekommen warteten auch schon ein paar freche Affen, die es faustdick hinter den Ohren hatten. Wenn man nicht aufgepasst hat, schnappen sie sich alles, was du nicht festhältst.

Als wir aus dem Tempel raus kamen, hatten wir die wohl schönste Begegnung mit einem Sri Lankischen Meditationslehrer. Ehe wir uns versahen, befanden wir uns in einer ziemlich tiefgründigen Unterhaltung über das Leben. Es war unglaublich schön, einfach so tief in ein Gespräch verwickelt zu sein und gleichzeitig nochmal über das eigene Leben und die eigene Perspektive nachzudenken. Ich liebe solche Begegnungen und solche Unterhaltungen! Das gibt mir einfach so viel und besonders auf Reisen erweitert man so nochmal seinen Horizont und beginnt, sich selbst zu reflektieren.
Wenn man auf der anderen Seite des Berges wieder runtersteigt, kommt man am Goldenen Tempel raus. Dort sitzt eine Buddha Statue aus Gold, die mit ihrem Blick auf der Stadt ruht. Ich bin fasziniert von den vielen Statuen von Buddha, die wir bereits gesehen haben – alle sehr unterschiedlich aber auf ihre eigene Weise sehr individuell und beeindruckend.

Colombo

In Colombo angekommen haben wir wohl in das schönste Hotel unserer gesamten Reise eingecheckt: Das Fern Colombo. Die Zimmer waren wirklich sehr stylisch eingerichtet, alles war sauber und das Beste war die Regendusche. Das Fern Colombo ist im Distrikt Colombo 07, auch Cinnamon Garden genannt, eine wirklich wunderschöne Gegend. Bevor ich nach Sri Lanka gereist bin, habe ich in unzähligen Reiseberichten gelesen, dass Colombo keine Reise wert sei und es wirklich keine schöne Stadt ist.

Bei meiner Ankunft habe ich das auch in Teilen der Stadt gesehen, aber Colombo 07 ist wirklich ein unglaublich toller, stylischer und fotogener Stadtteil. Direkt um die Ecke von unserem Hotel befanden sich das Black Cat Café & Tacocat. I swear by god: Ich hatte noch nie so gute vegetarische Tacos und noch nie so einen leckeren Erdbeermilchshake, der nur aus frischen Zutaten bestand und trotzdem wie die Erdbeermilch von Kaba geschmeckt hat (I mean… wer liebt sie nicht?). An unserem letzten Tag haben wir uns dann noch ein wenig durch die Straßen von unserem Stadtteil treiben lassen und um den Kreis zu schließen, waren wir nochmal bei Sri Vihar essen. Dann ging es auch schon zum Flughafen in den Flieger Richtung Dubai und dann nach Deutschland.

Wichtige Info’s

Zum Schluss noch ein paar Infos/Dinge, die ich hilfreich finde, falls ihr eine Reise nach Sri Lanka plant. Ihr braucht ein Visum für Sri Lanka, das umgerechnet ca. 30€ kostet. Ihr bekommt es ganz schnell, nachdem ihr es beantragt habt. Impfungen braucht ihr keine, aber versorgt euch gut mit Medikamenten – wie ich gemerkt habe, kann es einen ziemlich schnell erwischen, besonders, wenn man nicht damit rechnet.

Was mich bei der Recherche besonders verwirrt hat, war die Wahl der Adapter für die Steckdose. Auf jeder Seite stand etwas anderes und wir hatten drei unterschiedliche Adapter im Gepäck. Letztendlich sind wir auf der gesamten Reise mit nur einem Adapter ausgekommen.

Ich habe während meiner Reise folgende Fortbewegungsmittel ausprobiert und genutzt: Bus, Zug, Tuk Tuk, Taxi, Share a Taxi, Uber & PickMe. Uber und PickMe gibt es nur in den größeren Städten, sind aber wirklich sehr günstig und ihr könnt sie mit einer App ganz easy nutzen. Bus, Zug und Tuk Tuk sind aber wohl die günstigsten Fortbewegungsmittel. Besonders die Zugfahrten in Sri Lanka solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

Ein paar Worte zum Schluss

So schön ich meine Reise auch fand, so wichtig finde ich es, auch ein paar ernste Worte auszusprechen und nicht nur die Sonnenseiten der Insel zu beleuchten.

Das Thema Straßenhunde in Sri Lanka hat mich schon vor der Reise beschäftigt. Ich hab wirklich ein großes Herz für Tiere und mein Freund muss immer wieder schmunzeln, wenn sämtliche Hunde, Katzen und sogar Elefanten auf mich zukommen. In Sri Lanka ist es tatsächlich so, dass der Großteil der Menschen Angst vor Straßenhunden hat. Sie befürchten, gebissen zu werden und dass sie dadurch eine Krankheit übertragen bekommen. Deshalb verscheuchen sie sie, indem sie die Hunde treten oder mit Steinen nach ihnen werfen. Ich hab eine kleine Tüte Trockenfutter für Hunde mitgenommen, um zumindest ein paar von ihnen eine kleine Freude zu machen. Zunächst waren sie immer etwas vorsichtig und haben ganz zaghaft an dem Futter gerochen. Letztlich haben sie es aber gefressen und das hat mich wirklich richtig glücklich gemacht. Als wir den Little Adam’s Peak heraufgestiegen sind, sind wir einem ganz abgemagerten, jungen Hund begegnet. Ich hatte noch ein paar Leckerlies im Rucksack und so gab ich der kleinen Maus alles was ich hatte. Er war wohl so dankbar, dass er uns bis auf die Spitze des Berges folgte und uns nicht mehr von der Seite wich. Das war wirklich herzzerreißend.

Aber nicht nur die Hunde leben unter unzumutbaren Umständen. In sämtlichen Orten bin ich an „Hütten“ vorbeigefahren, die aus drei Wellblechwänden zusammen geschustert waren – hätte der Wind etwas stärker geweht, wären sie vermutlich ineinander zusammen gefallen. Zu sehen, wie arm manche Menschen sind, die sich kaum etwas zu Essen leisten können, macht einen einfach traurig. Es tat mir unendlich leid und es war wirklich oft kein leichter Anblick. Dennoch haben diese Menschen eines gemeinsam, was mir in Deutschland oft so fehlt: Sie scheinen glücklich zu sein. Wenn man mit ihnen spricht, sie sieht, sie beobachtet, wirken sie unheimlich glücklich und zufrieden. Während meiner gesamten Reise habe ich nicht einmal mit jemandem gesprochen, der sich in irgendeiner Weise über etwas beschwert hat. Im Gegenteil: Die Menschen nehmen das Leben, wie es ist.

Lohnt sich Sri Lanka in der Nebensaison?

Wenn man in der Nebensaison nach Sri Lanka reist, geht man natürlich ein gewisses Risiko ein. Besonders im Westen und im Süden bekommt man den Monsun besonders oft zu spüren. Die Wettervorhersage zeigte ausschließlich Regen, Gewitter und Sturmböen an. Das sind natürlich keine schönen Aussichten. Letztendlich hatten wir bis auf zwei Tage aber jeden Tag Sonnenschein und blauen oder etwas bewölkten Himmel. Ein Fahrer erklärte uns mal, dass es wohl am Klimawandel liegt, dass man in Sri Lanka nicht mehr sagen kann, wie das Wetter wird – man muss sich einfach überraschen lassen.

Ein großer Vorteil ist, dass der Massentourismus in dieser Zeit aus bleibt. Wir wurden oft gefragt, warum wir ausgerechnet in der Nebensaison verreisen. Hier die Antwort: Weil man jeden Traumstrand dieser Insel für sich hat, weil man in Café’s und Restaurants nicht auf einen Tisch warten muss, ganz im Gegenteil, man hat freie Platzwahl, weil die Hotels und Gasthäuser so viel günstiger sind, als in der Hauptsaison und weil man das Gefühl hat, die Insel ganz für sich zu haben. Man muss einfach flexibel sein, so wie wir es auch gemacht haben. Unser Plan war eigentlich, länger im Süden zu verharren und dort die Zeit zu genießen. Da es dort aber so viel geregnet hat, sind wir einfach weiter Richtung Osten gereist, wo die Saison gerade anfängt und von Regen keine Spur ist. Das kann man aber nur machen, wenn man die Reise nicht schon komplett im Voraus geplant und bereits Unterkünfte gebucht hat.

Sri Lanka hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt. Noch heute gehen mir unsere Erlebnisse und Erfahrungen nicht aus dem Kopf und ich habe unheimlich viel für mich mitnehmen können. Diese Leichtigkeit, diese Unbeschwertheit, mit der ich von Ort zu Ort gereist bin und mit der ich die Welt gesehen habe, möchte ich mir wirklich bewahren. Ich mache mir oft viel zu viele Gedanken – worum eigentlich? Das Leben kann so einfach sein, wenn man es sich selbst nicht so schwer macht. Die Natur hat mich so sehr beeindruckt. Ich habe (außer in Kanada) noch nie so tiefe Schluchten, so wunderschöne Berglandschaften und so traumhafte Strände gesehen. Einfach nur da zu stehen und diese Orte zu bewundern und im Moment zu leben hat mir so viel gegeben.

Also, meine lieben Leser: reist so viel ihr könnt, entdeckt neue Orte, neue Kulturen, lasst euch treiben, redet mit den Menschen, nehmt eure Umgebung wahr, fahrt in eure Lieblingsstädte und lasst vor allem einfach mal los. Manchmal muss man eben ans andere Ende der Welt reisen, um das zu erkennen.

Alles Liebe,
Sarah



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