Sri Lanka – ein Hoch auf die Nebensaison?

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Es sind schon ein paar Tage ins Land gezogen, seit ich aus Sri Lanka zurück gekehrt bin und ich muss sagen: Es hat mich erwischt. Ich bin verliebt. Schwer verliebt. So richtig mit Herzklopfen und jetzt mit Liebeskummer. Das Land hat mich in seinen Bann gezogen. Es gibt Orte, die dich ganz besonders berühren, die etwas in dir hinterlassen, dass für immer bleiben wird. Sri Lanka ist so ein Ort, genauso wie Kanada es für mich ist. Meine erste Reise in den asiatischen Raum.
Wir sind in der Nebensaison auf der Insel eingetroffen und ich war wirklich gespannt, was uns erwartet. Ich weiß gar nicht, wann genau ich Sri Lanka in meinem Kopf zum nächsten Reiseziel erklärt hatte. Aber irgendwas hat mich seit langer Zeit an dieser Insel fasziniert und ich war mehr als aufgeregt, sie nun endlich entdecken und bereisen zu dürfen. Die Wettervorhersage prophezeite uns 14 Tage Regen und Gewitter. In Sri Lanka ist das ganze Jahr über Regenzeit, jedoch immer an verschiedenen Orten. Im Mai war für den Westen und Süden der Insel Monsunregen angesagt. Tolle Aussichten! Aber davon ließen wir uns nicht abschrecken und so sind wir an einem sonnigen Tag in Deutschland in den A380 von Emirates gestiegen, um uns auf den Weg Richtung Sri Lanka zu machen und unsere ganz eigenen Erfahrungen zu machen. Allein der Flug mit Emirates war schon ein kleines Highlight. Wer mich kennt, weiß, dass ich absolut Flugzeug-verrückt bin und meine Sonntage gerne mal am Flughafen verbringe. Deshalb hab ich mich besonders auf den Flug mit dem A380 gefreut, dem Big Bird, dem ich sonst immer von der Flughafenterasse beim Start zugesehen habe. Jetzt habe ich tatsächlich drin gesessen und Freunde, es war ein wahnsinnig tolles Gefühl. Die Zeit verging wortwörtlich wie im Flug. Wir hatten tolles Essen, bestellten uns sämtliche Softdrinks, Gin Tonic und Wein, schauten Filme und ich habe gefühlt Stunden nur aus dem Fenster geschaut. Nach einem kurzen Zwischenstopp ging es dann auch schon weiter Richtung Colombo.

Colombo

Nachdem wir in Colombo gelandet sind, begrüßte uns dann auch gleich der Monsun in vollem Umfang: Platzregen und Gewitter. Im Flughafengebäude tauschten wir zunächst etwas Geld um und besorgten uns eine SIM Karte für unser Handy mit 4 GB. Umgerechnet haben wir dafür ca. 8€ bezahlt – lohnt sich, da man unterwegs schnell recherchieren kann und das WLAN in den meisten Unterkünften oft nicht funktioniert. Mit dem Taxi sind wir dann in unser Hotel gefahren, was ca. 3000 LKR gekostet hat. Im Nachhinein haben wir gemerkt, dass der Preis etwas zu hoch angesetzt war und man hätte verhandeln sollen.
In Colombo haben wir uns für das Moss Colombo entschieden. Ein wirklich stylisches Hotel etwas außerhalb von Colombo – ist aber gar nicht schlimm, denn man kommt schnell und vor allem günstig mit dem Tuk Tuk oder Uber überall hin.
Zugegeben, ich war total überwältigt von der Reise und unserer Ankunft in Colombo. Ich war erschöpft, meine letzte Langstrecken Reise ist drei Jahre her und die Dusche im Hotel tat gut. Ich war froh, als uns der Hotelier am Empfang ein Restaurant namens Sri Vihar empfohlen hat – so mussten wir nicht noch selber suchen. Nur zwei Minuten Gehweg entfernt hatten wir es auch schon erreicht. Ganz klein und unscheinbar und ich war wirklich mehr als glücklich, als das Essen serviert wurde: zwei verschiedene Curries, Naan Brot mit Kartoffeldip und Reis. Ich träume heute noch von diesem Abendessen – es war wirklich eines der besten unserer gesamten Reise! Völlig erschöpft schlief ich dann auch schon direkt nach dem Abendessen ein und betete insgeheim, dass der Regen aufhört. Natürlich ist Regen kein Weltuntergang. Für eine so besondere Reise, für die man weit angereist ist, erhofft man sich aber natürlich Sonnenschein statt Monsun. Und obwohl die Wettervorhersage weiterhin auf Regen und Gewitter bestand, versuchte ich, die Hoffnung nicht zu verlieren.

Ahangama

Am nächsten Tag haben wir uns dazu entschieden, Richtung Süden zu fahren – und zwar mit dem Zug. Ich bin aufgewacht und wer begrüßte mich als erstes? Die Sonne! Was war ich glücklich. Komisch, wie einem diese kleinen Dinge des Lebens ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Ausgeruht und zuversichtlich fuhren wir nach dem Frühstück Richtung Bahnhof. Der Zug fuhr mit einer Stunde Verspätung ab. Wir nahmen es gelassen und lernten am Gleis ein paar Menschen kennen, mit denen man dann über Gott und die Welt redete. Einer von ihnen verriet uns, dass der Sitzplatz auf der rechten Seite besonders schön sei, weil man am Meer vorbei fährt und auf dieser Seite hat man natürlich die beste Sicht. Als wir einstiegen, war der Zug jedoch schon so voll, dass wir erst keinen Sitzplatz bekamen. Und dann ging die Zugfahrt los – zweifellos eine der schönsten Zugfahrten, die ich je erlebt habe. Wir sind an dutzenden Palmen vorbei gefahren, dem Meer, Häusern, die nur aus Wellblechwänden bestanden und irgendwie zusammen geflickt waren, Kühen, die am Rand der Gleisen grasten, Dörfern und noch vielem mehr. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Und so kam es, dass wir, nachdem wir einen Sitzplatz ergattern konnten, die ganze Zeit aus dem Fenster geschaut haben. Was für eine Fahrt!

Nach genau drei Stunden sind wir dann in Ahangama angekommen. Wir sind im Lust Yoga untergekommen, einem süßen Gästehaus mit fünf Zimmern, in dem Yoga und Surfen angeboten wird. Die Yoga Stunde habe ich am nächsten morgen um 7.30 Uhr auch genutzt – im strömenden Regen! Es war aber trotzdem unglaublich entspannend und hat mir gut getan, ein paar Gedanken loszulassen und abzuschalten. Die beiden Hosts waren wirklich unglaublich freundlich und hilfsbereit. Im Nachhinein würde ich wohl aber trotzdem eine andere Unterkunft in Ahangama wählen, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach nicht dem Standard in Sri Lanka entspricht und viel zu überteuert ist: wir haben umgerechnet 65€ für eine Nacht bezahlt. Da wir gutes Wetter hatten sind wir direkt zum Strand gefahren (natürlich mit dem Tuk Tuk, unserem neuen Lieblings-Fortbewegungsmittel), nachdem wir unsere Sachen abgestellt haben. Mit uns waren nur zwei weitere Touristen am Strand, was ich wirklich genossen habe. In der Hauptsaison, egal wo auf dieser Welt, teilt man sich solche besonderen Orte mit so vielen anderen Menschen. So hatten wir den Strand (fast) ganz für uns allein und genossen die Ruhe, plantschten ein wenig im Meer herum und waren einfach dankbar für diesen Augenblick. Wir beschlossen, ein wenig spazieren zu gehen und dann entdeckten wir sie: ganz viele Fischer, die darauf warteten, den Fang des Tages zu machen. Schlägt man seinen Reiseführer auf, wird garantiert ein Bild dieser Fischer gezeigt – typisch für diese Gegend. Sie verdienen an manchen Tagen wohl mehr Geld mit Fotos von Touristen, als mit dem Fischen. Ich hatte Glück und konnte ein paar schöne Fotos aus der Entfernung schießen.

Zum Dinner haben wir uns das Cantina Lanka ausgesucht – ein süßes kleines Restaurant, in dem es Pizza und mexikanische Spezialitäten gibt. So entschieden wir uns für Pizza, Tacos und Zimtlimonade – ein Traum! Ihr merkt, ich bin wirklich seit Beginn der Reise begeistert vom Essen. Alles schmeckt so viel besser, so viel intensiver und kommt komplett ohne Zusatzstoffe aus. Alles besteht aus natürlichen Zutaten und als Vegetarier hat man mit Sri Lanka wirklich die richtige Wahl getroffen – hier gibt es wirklich unschlagbar leckere vegetarische Gerichte, die ich so noch nie gegessen habe und jetzt schon in Deutschland tierisch vermisse!

Mirissa

Schon in der Nacht in Ahangama hatte es nicht aufgehört zu regnen und auch am Morgen wurden wir mit Regen statt Sonne begrüßt. Mirissa ist nicht weit von Ahangama entfernt (ca. 16km, also eine halbe Stunde Fahrt). Da ich nach der Yoga Session nicht wirklich gefrühstückt hatte, entschieden wir uns, auf dem Weg einen kleinen Zwischenstop einzulegen: Im Ceylon Sliders. Nicht nur ein Hotel, sondern auch ein wirklich schönes Café, das ich vorher rausgesucht hatte. Es gab Avocado Toast, Iced Coffe und einen Obstteller. Wenn ihr jemals in Ahangama seid, lasst euch diese Möglichkeit nicht entgehen! So ein lovely Café und eine große Auswahl an Getränken und Essen. Es war wirklich total lecker und ich würde am liebsten jetzt schon wieder hin fahren und Ananas und Avocado Toast essen! Einen kleinen Shop gibt es auch, mit ganz vielen tollen Sachsen, die teilweise in Sri Lanka produziert werden. Im Nachhinein hätte ich doch etwas mitnehmen sollen 🙂 Aber dann beim nächsten Mal 😉

Am ersten Tag konnten wir uns leider nichts von Mirissa anschauen, weil es durchgehend geregnet hat. Zum Glück hatten wir einen kleinen Balkon in unserer Unterkunft und so konnten wir die Zeit nutzen, um uns mal etwas auszuruhen, Reisetagebuch zu schreiben etc. Um ehrlich zu sein versetzte mich der Dauerregen schon in eine komische Stimmung. Ich hatte kurz die Befürchtung, dass die Wettervorhersage ernst machen würde und dass es den gesamten Urlaub lang weiter regnen sollte.
Am nächsten Morgen bin ich früh aufgewacht und konnte meinen Augen kaum trauen: Die Sonne ist tatsächlich raus gekommen! Gerade war ich noch im Halbschlaf, jetzt vollkommen wach, weckte meinen noch schlafenden Freund, sprang unter die Dusche und dann ging es schnell an den Strand. Wie wunderschön! Da wir in der Nebensaison her gereist sind, war auch hier niemand weit und breit zu sehen. Kaum ein Hotel / Restaurant direkt am Strand hatte geöffnet und viele Häuser waren sogar abgerissen. Ich schätze, dass sie für die Hauptsaison wieder neu aufgebaut wurden. Trotzdem war der Strand wirklich wunderschön und ich kann verstehen, warum es so viele Touristen her zieht.

Nach einem kurzen Spaziergang, Muscheln suchen und die Aussicht genießen beschlossen wir, frühstücken zu gehen und entschieden uns für Shady Lane. Etwas versteckt gelegen bekommt man hier das wohl beste Frühstück der Insel: Smoothie Bowl, Iced Coffee und Kokosnusswasser. Die Smoothie Bowl hat wie eine fruchtige Eiscreme geschmeckt und der Iced Coffee war wirklich eine willkommene Abkühlung! Ich bin einfach verliebt in all das Essen, das wir bisher genießen konnten.

Tissamaharama

Unser nächstes Ziel: Eine Safari im Yala Nationalpark. Da man natürlich nicht im Nationalpark selbst übernachten kann, haben wir uns eine Unterkunft in Tissamaharama (kurz: Tissa), einem nahegelegenen Ort, gesucht und von dort aus die Safari geplant. Wir sind in der W Villa@Yala untergekommen – die Influencer unter uns würden jetzt sagen: eine wahre Instagram Unterkunft. Alles in weiß eingerichtet, wir bekamen zur Begrüßung einen homemade Lime Juice und das Zimmer war voller toller motivierender Sprüche auf Handtüchern und Kissen und das Bett war wirklich sehr bequem und eines der besten auf unserer Reise. Schon auf dem Weg zum Hotel fuhren wir an ganz vielen Reisfeldern vorbei. Ein Traum, ganz ohne Touristen – wir waren mal wieder die einzigen, was uns aber absolut nicht störte. Ganz im Gegenteil, es war schön, sich die Reisfelder in Ruhe anschauen zu können, ohne, dass tausende Touristen davor stehen und Fotos machen.

Als wir Richtung Stadtzentrum liefen, wurden wir wie kleine Stars behandelt: Jeder grüßte uns, wir wurden zu den Menschen nach Hause eingeladen und einmal sollten wir sogar ein Baby berühren. Eine wirklich rührende und witzige Erfahrung. Wir haben Sheneli, unsere Gastgeberin, nach einem typisch Sri Lankischen Restaurant gefragt, weil uns mal wieder nach Curry war. Sie hat uns das Smoky Kitchen Restaurant direkt an einem Reisfeld gelegen empfohlen. Die Speisekarte hatte ein Buffet und Getränke im Angebot – fand ich sehr sympathisch, weil man sonst wirklich schon fast überfordert mit dem riesen Angebot auf Speisekarten ist. Also setzten wir uns und der Koch zauberte uns ein frisches Buffet. Wir bekamen vier verschiedene Curries (unter anderem Pumpkin Curry, mein absolut ungeschlagener Favorit!), Reis, Brot und Salat, jeweils zwei Getränke und einen Nachtisch (Curd mit Honig, auch typisch für Sri Lanka) für 4€ pro Person.

Yala Nationalpark

Nach einer kurzen Nacht klingelte der Wecker um 3:45 Uhr. Mir fiel es überhaupt nicht schwer, aufzustehen, wahrscheinlich, weil ich viel zu aufgeregt war, um liegen zu bleiben. Außerdem steht man für die schönen Dinge im Leben doch gern mitten in der Nacht auf, oder? 🙂 Nachdem wir von Sheneli unser Frühstück to go bekommen haben, stiegen wir pünktlich um 4.30 Uhr in den Jeep, der dann Richtung Yala Nationalpark fuhr. Die Geschichte unserer Safari möchte ich mir aber gern für einen der nächsten Blogposts aufheben, den ihr ganz bald zu lesen bekommt!

Im nächsten Blogpost erfahrt ihr mehr über den Rest unserer Route.

Alles Liebe,
Sarah



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